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Arbeiten im Sommer

Über den Sommer hinweg sollte man nach Möglichkeit die Klebkraft der Leimringe an den Bäumen dauerhaft erhalten, damit sich (vor allem bei trockener Witterung) die Blattläuse nicht mit Hilfe der Ameisen übermäßig vermehren können. Ansonsten kommt es zum Kräuseln der Blätter und einem Verkrüppeln der jungen Triebe, was besonders bei jungen Bäumen den Triebzuwachs deutlich beeinträchtigen würde. Das Schonen bzw. Fördern von Nützlingen (Marienkäfer, Florfliegen etc.) ist ebenfalls eine gute Methode, einem starkem Blattlausbefall vorzubeugen. Sollte es trotz dieser vorbeugenden Maßnahmen zu übermäßigen Blattlausbefall kommen, kann bei jungen Bäumen der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sinnvoll sein. In diesem Fall sollten nützlingsschonende Mittel verwendet werden, die für den ökologischen Landbau zugelassen sind (z. B. Schmierseifenlösung, Rapsölprodukte). Auf alle Fälle ist ein frühes Eingreifen zu empfehlen, da bei starken Befall die Bekämpfung der Blattläuse oftmals nur unbefriedigend gelingt.

Insgesamt sollten die Obstbäume das ganze Jahr über auf Krankheiten, Schädlinge und sonstige Mängel hin untersucht werden und die entsprechenden Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Je früher ein Problem erkannt wird, umso schneller und effektiver können diese beseitigt werden. Erkennt man beispielsweise Feuerbrand kurz nachdem Sichtbarwerden der ersten Symptome, so kann der Baum durch großzügiges Ausschneiden der Befallsstelle gerettet werden. Da sich diese Krankheit jedoch schnell ausbreitet, kann bereits nach wenigen Wochen der gesamte Baum abgestorben sein und sich der Erreger auf andere Bäume ausgeweitet haben. Sollte die Krankheit oder das Problem z. B. mit geeigneter Literatur nicht selbst bestimmt werden können, so kann mit Sicherheit der Kontakt zum Gartentelefon des entsprechenden Bundeslandes weiterhelfen.

Bei anhaltender Trockenheit sind vor allem die jüngeren Bäume weiterhin zu wässern. Außerdem sollte die Baumscheibe der jungen Bäume unkrautfrei bleiben und ggf. mit organischem Material abgedeckt werden (siehe Pflegearbeiten im Frühjahr). Wo dies nicht möglich ist (oder bei älteren Bäumen), sollte wenigstens das Gras unter den Bäumen kurz gehalten und das Mähgut als Mulch liegengelassen werden, um die Wasserkonkurrenz zu reduzieren. Außerdem wird dadurch das Auflesen von Fallobst erleichtert, wodurch die Ausbreitung der Obstmade reduziert werden kann.

Sollten an den frisch gepflanzten Hochstämmen in den ersten drei Jahren bereits Früchte wachsen, so sollten diese entfernt werden. Die Bäume sollen in den ersten Standjahren möglichst viel Energie in das Wachstum und nicht in den Fruchtansatz investieren. Ein zu früher Fruchtansatz kann auch ein Anzeichen für zu schwachen Rückschnitt, mangelnde Wasserversorgung oder ähnlich Probleme sein, dessen Ursache es zu beseitigen gilt.

Stammausschläge und Wurzelschosse an den Bäumen sollten ebenfalls im Sommer entfernt werden.

Durch den sogenannten Juniriss können im Frühsommer auch nicht benötigte Wasserschosse entfernt werden, die oft bei einem starken Winterschnitt älterer Bäume entstehen. Diese Triebe können – solange sie noch krautig und unverholzt sind – herausgerissen sind. Die dabei entstehenden, hässlichen Wunden verheilen jedoch sehr schnell und gut. Der Vorteil des Junirisses besteht darin, dass beim Herausreißen der Triebe auch die sog. Schlafenden Augen mit entfernt werden, aus denen der Baum wieder austreiben würde, wenn man die Wasserschosse lediglich auf Astring schneidet.

Zur Erntezeit (oder unmittelbar danach) können im Sommer die Kirschbäume geschnitten werden. Dieser Schnitt während der Vegetationsperiode reduziert die Gefahr unerwünschter Nebenwirkungen der empfindlichen Kirschbäume wie beispielsweise Gummifluss. Außerdem können sich die Wunden bis zum Winter bereits gegen Schadeinflüsse abschotten, was bei einem Schnitt im Winter nicht möglich wäre. Zudem lassen sich beim Schnitt zur Erntezeit zumindest ein Teil der Kirschen von den abgeschnittenen Ästen bequem vom Boden aus pflücken.

Ebenso kann man im Sommer unerwünschtes Totholz aus den Bäumen entfernen, da dieses nun einfach zu erkennen ist. Jedoch sollte nicht sämtliches Totholz entfernt werden, da dies für viele seltene Tierarten (in der Regel Nützlinge) eine wichtige Lebensgrundlage darstellt. Dies gilt vor allem für stärkere Äst und Stämme, die als Nistmöglichkeiten genutzt und u. a. für Spechte zur Nahrungssuche benötigt werden.

Solange die Zweige der (Jung-)Bäume noch nicht verholzt sind, können diese durch Gewichte, Spreizhölzer oder das Binden mit Schnüren, formiert werden, damit sie in die gewünschte Richtung wachsen. Diese Methoden kommen vor allem bei der Erziehung von Jungbäumen zur Formierung der Leitäste zum Einsatz. So können beispielsweise auch steilwachsende Triebe durch Waagrechtbinden im Wachstum gebremst und der Blütenansatz für das Folgejahr gefördert werden. Umgekehrt ist es ebenfalls möglich, durch das Hochbinden von Zweigen diese im Wachstum zu fördern. Beim Binden ist unbedingt darauf zu achten, dass keine Knoten verwendet werden, die sich selbst zuziehen können. Es sollten ausreichend große Schlaufen verwendet werden, die sich weder zuziehen, noch einwachsen können. Bereits nach wenigen Wochen kann eine zu enge Schlaufe einwachsen und es bildet sich dann eine „Sollbruchstelle“, an der der Zweig bei Wind oder unter Fruchtlast leicht abbricht.

Bäume, deren Äste sich unter Fruchtlast herunterbiegen, müssen bis zur Ernte entweder abgestützt, oder aber (bei jüngeren Bäumen) ausgedünnt werden, damit es nicht zu Astbruch kommt. Um dies zu vermeiden, sollte man bei der Erziehung und dem Schnitt der Bäume auf eine gute Baumstatik mit dominierenden Leitästen achten, die die Fruchtlast in obstreichen Jahren ohne Unterstützung tragen können.

Sobald die Obstbäume das Triebwachstum abgeschlossen haben kann bei sehr wüchsigen Bäumen der Sommerschnitt durchgeführt werden. Dies ist meist Anfang August der Fall. Der Triebabschluss ist daran zu erkennen, dass sich am Ende der in diesem Jahr gewachsenen Triebe eine Endknospe gebildet hat, aus der der Baum erst im nächsten Jahr austreibt. Dieser Zeitpunkt muss abgewartet werden, da der Baum sonst durch den Schnitt zum erneuten, ungewünschten Austreiben angeregt werden würde. Das Ziel des Sommerschnittes besteht vor allem darin, stark treibende Bäume (z. B. nach einem im Winter erfolgten Verjüngungsschnitt) im Wachstum zu beruhigen und den Fruchtansatz für die kommenden Jahre zu fördern. In den ersten Standjahren sollte bei Jungbäumen kein Sommerschnitt durchgeführt werden, da dies das Wachstum unnötig bremsen würde. Erst wenn die Erziehungsphase der Bäume abgeschlossen ist und die Bäume trotzdem keine Früchte ansetzen, kann zu dieser Methode gegriffen werden.  



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